Wie der Bulldog-Club Nordhessen e.V. zu seiner selbstfahrenden Dreschmaschine kam...

Im Herbst 1990 wurden uns zwei Dreschmaschinen angeboten, die in einem zum Abbruch bestimmten Schuppen standen. Umgehend fuhren mehrere Mitglieder sowie der Dreschmaschinen-Fachmann unseres Vereins, Hans Winkler zu einer Besichtigung der Maschinen.
Ihm fiel sofort auf, dass es sich bei einem der beiden Exemplare um eine seltene Buschhoff-Dreschmaschine vom Typ SF 64 handelte.
Die ca. 1964 gebaute Maschine ist mit einem Deutz-Dieselmotor Typ F4L514 ausgerüstet. Die Kraftübertragung erfolgt über Keilriemen auf eine Kardanwelle, die zu dem hinter der Hinterachse liegenden ZF-Schaltgetriebe führt, um dann über eine weitere Kardanwelle die zwillingsbereifte Hinterachse anzutreiben. Nach kurzer Betrachtung war uns klar, dass diese Maschine, die sich zudem noch in erhaltungswürdigem Zustand befand, in unseren Besitz kommen musste.
Schließlich wurden von diesen selbstfahrenden Dreschmaschinen nur etwa sechs Stück produziert - der Mähdrescher erwies sich als effektiver und verdrängte sie nach kurzer Zeit vom Markt
Vorteilhaft erwies sich bei den anschließenden Verkaufsverhandlungen der anstehende Abriss des Schuppens, so dass wir beide Maschinen zu einem annehmbaren Preis erwerben konnten.
Ein paar Tage später begannen wir dann mit den Vorarbeiten zur Bergung. Da beide Maschinen im Laufe der Jahre bis auf die Achsen im feuchten Erdreich verschwunden waren, mussten sie zunächst angehoben werden, bevor sie aus dem Schuppen gezogen werden konnten.
Dies erwies sich aber als äußerst schwierig, da der 11,5 to schwere und 10,50 m lange Selbstfahrer direkt an der Wand stand und so nur wenig Platz zum Arbeiten war.
Erschwerend kam noch hinzu, dass bei dem wenig tragfähigen Boden mit üblichen Hebewerkzeugen keine erfolgreiche Bergung möglich war, so dass wir erst mittels eines pneumatischen Hubkissens die Maschine anheben konnten.
Nachdem alle Reifen mit Luft gefüllt waren, wurde die Dreschmaschine mit Hilfe eines Allrad-Schleppers ans Tageslicht gezogen und anschließend nach Gudensberg gebracht.
Wir danken hiermit allen, die uns bei der Bergung und Restaurierung geholfen haben, besonderer Dank gilt den Familien Nachbar, Grunewald und Kessler, die ihre Schlepper als Zugmaschine zur Verfügung gestellt haben.

Zur 20. Jubiläums-Oldtimer-Schau wurde dann unter Leitung von Wilfried Niehoff der Motor überholt und die Dreschmaschine wieder zum Laufen gebracht.
Außerdem wurde der Führerstand mit neuen Bohlen belegt.
 

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